Andere Leute in die Arbeit bringen
08.09.2008
"Andere Leute in Arbeit bringen" ist das Ziel von Personal-Dienstleistungs-Kaufleuten (PDK's).
Erst seit August dieses Jahres gibt es diesen neuen staatlich anerkannten Ausbildungsberuf. Nach drei Jahren legen die Auszubildenden eine Abschlussprüfung vor der Industrie- und Handelskammer (IHK) ab.
Alle Aufgabenbereiche, die für die professionelle Vermittlung von Personal wichtig sind, können damit erstmals dual in Betrieb und Schule vermittelt werden, erklärt Dr. Adrian Hurst von der Firma Tuja. Schwerpunkt der maßgeschneiderten Ausbildung sei, den Einsatz von Zeitarbeitspersonal optimal zu planen. Die PDK`s lernen daher unter anderem, wie sie Mitarbeiter für ihr Zeitarbeitunternehmen anwerben können und wie sie die Personalanforderungen von Firmen (Kunden genannt) analysieren können. Außerdem müssen sie die Einsätze der bei ihrem Zeitarbeitunternehmen unter Vertrag stehenden Mitarbeiter planen. Arbeits- und Gesundheitsschutz, Tarifrecht und Personalsachbearbeitung sind ebenfalls feste Bestandteile der Ausbildung, die sich besonders für kommunikative Menschen mit kaufmännischen und juristischen Interessen eignet.
Von der Pike auf
Notwendig geworden sei die Schaffung dieses neuen Berufsbild, um eine Ausbildung zu schaffen, die "alle Facetten dieses anspruchsvollen und vielseitigen Berufs erfasst", so Dr. Hurst, der an der Entwicklung dieses Berufsbild beteiligt war. Vorher erfolgte der Einstieg in ein Zeitarbeitsunternehmen nämlich meist als Quereinstieg. Dank der gemeinsam vom Bundesinstitut für Berufliche Bildung und dem Deutschen Industrie- und Handelskammertag sowie Fachleuten aus den verschiedenen Zeitarbeits-Verbände entwickelten neuen Ausbildung können junge Menschen die Eigenheiten der Branche nun von der Pike auf lernen.
Weiterhin wird durch die Ausbildung auch die Qualität der Personaldienstleistung "Zeitarbeit" gesichert. Die Perspektiven von PDK's sind sehr gut. Denn Personalexperten werden laut Dr. Hurst gesucht, da die Branche boomt und Personalarbeit generell immer wichtiger wird. Die Absolventen können nach ihrer Ausbildung nicht nur in Zeitarbeitsunternehmen zu Personal- oder Niederlassungsleitern aufsteigen, sondern auch in Personalabteilungen anderer Unternehmen eingesetzt werden. Außerdem werden derzeit Weiterbildungen zum Fachwirt sowie aufbauende Bachelor- und Masterstudiengänge organisatorisch vorbereitet.
Abwechslungsreich
Der 19-jährige Yassine Sebky ist einer der ersten Auszubildenden. Er ist bei der Zeitarbeitsfirma Tuja tätig. Besonders begeistert ist er davon, wie abwechslungsreich seine Ausbildung ist. Denn er habe nicht nur mit Menschen zu tun, sondern "man erlebt auch jeden Tag etwas Neues". Auch lerne er viel fürs Leben und könne durch sein Wissen über Arbeitsrecht, Arbeitsbedingungen und Co. "dabei helfen , jemanden in Arbeit zu bringen". Schließlich kommen die Mitarbeiter zu 70 Prozent aus der Arbeitslosigkeit. Besonders gerne werden männliche und weibliche Abiturienten als Auszubildende eingestellt, da sie auch wegen ihres Alters eine gewisse Reife mitbringen, um sich um die verschiedensten Bewerber zu kümmern.
Übrigens: Rund 40 Prozent aller vermittelten Mitarbeiter werden nach Ablauf ihres Zeitarbeitsvertrags von den Firmen-Kunden übernommen, was die Wichtigkeit passgenauer und qualitativ hochwertiger Arbeitnehmer-Überlassung (so der offizielle Begriff für Zeitarbeit) verdeutlicht.
Quelle: RuhrNachrichten.de



